Wer zu seiner Familie nach Österreich ziehen möchte, etwa als Ehepartnerin oder Ehepartner, muss in vielen Fällen schon vor der Einreise Deutsch auf dem Niveau A1 nachweisen. Österreich nennt das „Deutsch vor Zuzug“. Hier erfahren Sie, welche Zertifikate die Behörde anerkennt, wie alt der Nachweis sein darf, wer davon befreit ist und wie Sie sich auf die Prüfung vorbereiten.
Für den Familiennachzug nach Österreich brauchen Sie A1 schon vor der Einreise („Deutsch vor Zuzug“); anerkannt sind nur ÖSD, Goethe, telc und ÖIF. Das Zertifikat darf höchstens ein Jahr alt sein; für die Staatsbürgerschaft zählen Goethe und telc erst ab B2.
Quelle: bmi.gv.at ·
Die Pflicht gilt für Staatsangehörige aus Drittstaaten, also Menschen ohne Pass eines EU- oder EWR-Staates oder der Schweiz, die zum ersten Mal einen bestimmten Aufenthaltstitel beantragen. Aufenthaltstitel ist das Behördenwort für die Karte, die Ihnen den Aufenthalt in Österreich erlaubt. Die Eckpunkte laut Bundesministerium für Inneres und oesterreich.gv.at:
| Frage | Regel |
|---|---|
| Welches Niveau? | A1 nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER) |
| Welche Anbieter? | Nur 4: ÖSD, Goethe-Institut, telc und Österreichischer Integrationsfonds (ÖIF) |
| Wie alt darf das Zertifikat sein? | Höchstens 1 Jahr, gerechnet bis zur Abgabe des Antrags |
| Wann nachweisen? | Vor dem Zuzug – der Antrag wird in der Regel im Ausland gestellt |
| Gibt es Alternativen? | Ja: erfülltes Modul 1 (A2) oder Modul 2 (B1) der Integrationsvereinbarung |
| Ab welchem Alter? | Kinder unter 14 Jahren brauchen keinen Nachweis |
Betroffen sind vor allem der Aufenthaltstitel „Familienangehöriger“, die Niederlassungsbewilligungen – etwa „Angehöriger“, „ausgenommen Erwerbstätigkeit“, „Künstler“ oder „Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit“ – sowie die Rot-Weiß-Rot – Karte plus. Welcher Titel für Ihre Familie passt, entscheidet die zuständige Aufenthaltsbehörde; die Sprachregel ist für alle genannten Titel dieselbe.
Anders als in Deutschland, wo für den Ehegattennachzug auch weitere Prüfungen akzeptiert werden, ist die österreichische Liste kurz. Ein A1-Zertifikat eines anderen Anbieters – so gut es sein mag – hilft Ihnen hier nicht weiter.
Das Österreichische Sprachdiplom Deutsch – die Prüfung aus Österreich selbst. Fragen Sie beim nächstgelegenen Prüfungszentrum nach freien A1-Terminen.
Das Goethe-Zertifikat A1 (Start Deutsch 1). Praktisch, wenn es in Ihrer Stadt ein Goethe-Institut oder einen Prüfungspartner gibt.
telc Deutsch A1. Die Prüfung wird an lizenzierten Prüfungszentren abgelegt; der mündliche Teil findet in einer kleinen Gruppe statt.
Der Österreichische Integrationsfonds – die staatliche Stelle, die auch die Integrationsprüfungen nach dem Zuzug durchführt.
Achten Sie auf das Datum: Das Zertifikat darf bei der Antragstellung höchstens ein Jahr alt sein. Wer zu früh prüft und die übrigen Unterlagen erst später zusammenbekommt, muss die Prüfung womöglich wiederholen. Planen Sie den Prüfungstermin deshalb so, dass Pass, Heiratsurkunde und die anderen Dokumente zeitnah folgen. Die Prüfungsgebühren legt jedes Zentrum selbst fest – schauen Sie in die aktuelle Preisliste vor Ort.
Nicht jede Familie muss den Nachweis erbringen. Die offiziellen Stellen nennen unter anderem diese Fälle:
Daneben gibt es Fälle, in denen die Behörde im Einzelfall auf den Nachweis verzichten kann, etwa bei unbegleiteten Minderjährigen oder wenn es um den Schutz des Privat- und Familienlebens geht. Ob eine Ausnahme für Sie gilt, klären Sie vorab mit der österreichischen Vertretung in Ihrem Land oder mit der Aufenthaltsbehörde.
Beide Prüfungen sind für Österreich gleichwertig. Beide sind nicht modular – Sie legen also die ganze Prüfung an einem Termin ab und können keine einzelnen Teile nachholen.
Für die Wahl zählt vor allem, was in Ihrer Nähe angeboten wird und wann der nächste Termin ist.
Mit A1 kommen Sie nach Österreich, aber Deutsch bleibt ein Thema. Die österreichische Integrationsvereinbarung kennt zwei höhere Stufen: Modul 1 entspricht A2, Modul 2 entspricht B1. Wer eines dieser Module schon erfüllt, braucht übrigens keinen gesonderten A1-Nachweis vor dem Zuzug.
Denken Sie schon jetzt an die fernere Zukunft? Für die österreichische Staatsbürgerschaft ist Deutsch auf B1 nötig. Doch Vorsicht: Auf B1 akzeptiert die Stadt Wien für Erwachsene das Integrationsprüfungs-Zertifikat des ÖIF (Modul 2 mit Werte-Inhalten), aber kein Goethe- oder telc-Zertifikat. Goethe und telc zählen dort erst ab B2. Wer also später einmal den österreichischen Pass beantragen möchte, plant entweder die ÖIF-Prüfung auf B1 oder gleich ein Zertifikat auf B2 ein.
Prüfen Sie, welchen Aufenthaltstitel Sie beantragen und ob eine der Ausnahmen auf Sie zutrifft.
Nur ÖSD, Goethe, telc oder ÖIF. Legen Sie den Termin so, dass das Zertifikat bei der Abgabe des Antrags noch keine zwölf Monate alt ist.
Lösen Sie vollständige Modelltests mit Zeitlimit. Wer weiß, wie ein Formular oder eine Hörübung aufgebaut ist, bleibt am Prüfungstag ruhig.
Üben Sie sich vorzustellen, nach Dingen zu fragen und um etwas zu bitten – am besten laut, mit Familie, Freunden oder in einem Kurs.
Sie brauchen Deutsch auf dem Niveau A1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens, und zwar schon vor dem Zuzug. Den Nachweis reichen Sie mit dem Erstantrag ein, der normalerweise im Ausland gestellt wird.
Nur Zertifikate von vier Anbietern: Österreichisches Sprachdiplom Deutsch (ÖSD), Goethe-Institut, telc und Österreichischer Integrationsfonds (ÖIF). Prüfungen anderer Anbieter werden für „Deutsch vor Zuzug“ nicht akzeptiert.
Bei der Abgabe des Antrags darf das Zertifikat höchstens ein Jahr alt sein. Ist es älter, brauchen Sie ein neues Zertifikat.
Kinder unter 14 Jahren brauchen keinen Nachweis. Ab 14 Jahren gilt die Pflicht grundsätzlich wie für Erwachsene, sofern keine andere Ausnahme greift.
Beide werden gleichermaßen anerkannt. Entscheiden Sie nach Prüfungsort und Termin. Goethe A1 ist ab 60 von 100 Punkten bestanden; bei telc A1 sind insgesamt 60 Punkte erreichbar. Beide prüfen mündlich in einer Gruppe von bis zu 4 Personen und sind nicht modular.
Nein. Für die Staatsbürgerschaft verlangt Wien Deutsch auf B1. Auf B1 wird dort für Erwachsene das ÖIF-Integrationsprüfungs-Zertifikat anerkannt, Goethe- und telc-Zertifikate aber erst ab B2.
Ja. Mit Modelltests im Goethe-A1-Format üben Sie Hören, Lesen und Schreiben unter Zeitdruck und sehen sofort Ihr Ergebnis. Das Sprechen sollten Sie zusätzlich laut mit anderen Menschen trainieren, denn es wird in der Gruppe geprüft.
Üben Sie mit einem vollständigen Modelltest
Die wichtigsten Wörter für die A1-Prüfung
Formular und kurze Nachricht sicher meistern
Welches Niveau für B, C und Einbürgerung
Deutsch A1 für Au-pairs in Deutschland