Sie haben im Ausland ein Lehramt studiert und möchten an einer deutschen Schule unterrichten? Neben dem Diplom prüft die Behörde Ihr Deutsch. In den meisten Ländern heißt das: Niveau C2. Bayern und Sachsen verlangen C1. Hier lesen Sie, welche Zertifikate zählen und wie Sie sich vorbereiten.
Für die Anerkennung als Lehrkraft verlangen die meisten Länder Deutsch auf C2 – etwa Goethe C2, telc C2, telc C1 Hochschule oder DSD II. Bayern und Sachsen lassen C1 genügen; entscheidend ist also das Land, in dem Sie unterrichten möchten.
Quelle: lehrkraefteakademie.hessen.de ·
„Anerkennung“ bedeutet: Eine deutsche Behörde prüft, ob Ihre ausländische Lehrerausbildung einem deutschen Lehramt entspricht. Schule ist in Deutschland Sache der Bundesländer. Deshalb gibt es keine einheitliche Bundesstelle – zuständig ist das Land, in dem Sie später unterrichten möchten.
Für Lehrkräfte gilt beim Deutsch ein besonders hoher Maßstab. Sie erklären Stoff, korrigieren Texte, führen Elterngespräche und schreiben Zeugnisse – und zwar für jedes Fach, nicht nur für Deutsch. Die meisten Länder verlangen daher Deutschkenntnisse auf dem höchsten Niveau des Europäischen Referenzrahmens: C2. Bayern und Sachsen lassen C1 genügen.
Wichtig für Ihre Planung: Der Sprachnachweis ist ein eigener Baustein des Verfahrens. Klären Sie deshalb zuerst, in welchem Land Sie arbeiten wollen, und erst danach, welches Zertifikat Sie ablegen.
| Zertifikat | Niveau | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| Goethe-Zertifikat C2 (Großes Deutsches Sprachdiplom) | C2 | Vier Module, die Sie einzeln ablegen und wiederholen können |
| telc Deutsch C2 | C2 | Zweite Prüfungsfamilie auf dem Höchstniveau |
| telc Deutsch C1 Hochschule | C1 | Steht trotz des Niveaus C1 auf der Liste, etwa in Hessen |
| DSD II (Deutsches Sprachdiplom, Stufe II) | II | Das Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz, ebenfalls in Hessen genannt |
In Bayern und Sachsen genügt Deutsch auf C1. Welche C1-Zertifikate dort im Einzelnen gelten, erfahren Sie bei der zuständigen Stelle des Landes.
Als Regel gilt das Höchstniveau. Anerkannt werden typischerweise Goethe C2, telc C2, telc C1 Hochschule und DSD II. Planen Sie mit C2, solange Sie nicht sicher wissen, dass Ihr Land weniger verlangt.
Diese beiden Länder lassen Deutsch auf C1 genügen. Wer sich schon für einen Arbeitsort in München, Nürnberg, Dresden oder Leipzig entschieden hat, kann sein Lernziel also eine Stufe niedriger ansetzen.
Die Hessische Lehrkräfteakademie nennt neben den Goethe- und telc-Zertifikaten auch DSH und TestDaF in bestimmten Stufen. Wer eine deutsche Hochschulzugangsberechtigung wie das Abitur hat, braucht dort keinen gesonderten Nachweis.
Hessen bietet für bestimmte Gruppen eine eigene Deutschprüfung der Lehrkräfteakademie an – etwa für Lehrkräfte mit Ausbildung in der EU, für Lehrkräfte aus Drittstaaten im Anerkennungsverfahren und für Lehramtsstudierende an hessischen Hochschulen ohne deutsches Abitur. Diese Regelung gilt nur für Hessen. Fragen Sie in anderen Ländern direkt bei der Anerkennungsstelle nach, ob es ein vergleichbares Angebot gibt.
Das Goethe-Zertifikat C2, auch „Großes Deutsches Sprachdiplom“ genannt, besteht aus vier Modulen. Jedes Modul wird mit 100 Punkten bewertet, bestanden haben Sie es ab 60 Punkten. Weil die Prüfung modular ist, können Sie einzelne Module getrennt ablegen und bei Bedarf nur das Modul wiederholen, das noch fehlt.
Vier Teile mit 30 Aufgaben: ein langer Kommentar mit Multiple-Choice-Fragen, ein Artikel, eine Reportage mit entfernten Abschnitten und vier Anzeigen, denen Sie Aussagen zuordnen.
Drei Teile mit 30 Aufgaben: kurze Radioausschnitte, ein Gespräch zwischen zwei Personen und ein Experteninterview. Nur das Interview hören Sie zweimal.
In einem Teil formen Sie Sätze eines Textes um, im anderen schreiben Sie einen Aufsatz von etwa 350 Wörtern zu einem von vier vorgegebenen Themen. Mit welchem Teil Sie beginnen, entscheiden Sie selbst. Der Aufsatz bringt 80 der 100 Punkte.
Zwei Teile, dazu 15 Minuten Vorbereitungszeit vor der Prüfung. Diesen Teil üben Sie am besten mit einem Menschen, der Ihnen ehrlich Rückmeldung gibt.
Lesen Sie die Vorgaben der Anerkennungsstelle in Ihrem Wunschland. Dort steht, ob C2 oder C1 verlangt wird und welche Zertifikate auf der Liste stehen.
Goethe C2 und telc C2 sind die direkten Wege zum Höchstniveau. Der modulare Aufbau des Goethe-Zertifikats hilft, wenn Ihnen eine Fertigkeit schwerer fällt als die anderen. Die Prüfungsgebühren legt jedes Prüfungszentrum selbst fest – schauen Sie in die aktuelle Preisliste vor Ort.
Auf C2 entscheidet oft die Zeit: 80 Minuten für vier Leseteile und 80 Minuten für Umformung plus Aufsatz sind knapp. Schreiben Sie mindestens einen vollständigen Modelltest mit Uhr, bevor Sie sich anmelden.
Legen Sie das Zertifikat zusammen mit Ihren Unterlagen zur Lehrerausbildung vor. Fehlt nur noch der Sprachnachweis, fragen Sie nach, ob Sie ihn nachreichen können.
Wer Mathematik oder Biologie unterrichtet, beherrscht die Begriffe seines Fachs oft schon gut. Die Prüfung fragt aber nach Kommentaren, Reportagen und Interviews zu allgemeinen Themen – ein anderer Wortschatz.
Im Goethe C2 stammen 80 von 100 Schreibpunkten aus einem einzigen Aufsatz. Gliederung, Argumentation und ein sicherer Stil zählen hier mehr als einzelne schwierige Wörter.
In den meisten Bundesländern C2, also das höchste Niveau des Europäischen Referenzrahmens. Bayern und Sachsen lassen C1 genügen. Maßgeblich ist immer das Land, in dem Sie unterrichten möchten.
In der Regel das Goethe-Zertifikat C2, telc Deutsch C2, telc Deutsch C1 Hochschule und das DSD II. Hessen nennt zusätzlich DSH und TestDaF in bestimmten Stufen. Prüfen Sie die aktuelle Liste Ihres Landes, bevor Sie sich anmelden.
Ja, diese beiden Länder verlangen Deutsch auf C1 statt C2. Wenn Sie später in ein anderes Land wechseln möchten, kann dort allerdings C2 gefordert sein.
In Hessen nicht: Wer eine deutsche Hochschulzugangsberechtigung wie das Abitur besitzt, ist dort vom Sprachnachweis befreit. Ob andere Länder das genauso handhaben, klären Sie bei der jeweiligen Anerkennungsstelle.
In Hessen bietet die Lehrkräfteakademie für bestimmte Gruppen eine eigene Deutschprüfung an, zum Beispiel für Lehrkräfte aus der EU oder aus Drittstaaten im Anerkennungsverfahren. Für andere Länder gilt diese Regel nicht automatisch.
Es hat vier Module: Lesen (80 Minuten), Hören (ca. 35 Minuten), Schreiben (80 Minuten) und Sprechen (ca. 15 Minuten plus 15 Minuten Vorbereitung). Jedes Modul zählt 100 Punkte, ab 60 Punkten ist es bestanden. Die Module können Sie einzeln ablegen.
Die Gebühr legt jedes Goethe-Institut oder Prüfungszentrum selbst fest, und sie unterscheidet sich von Ort zu Ort. Einzelne Module kosten weniger als die ganze Prüfung. Schauen Sie in die aktuelle Preisliste Ihres Prüfungszentrums.