Sie sind im Ausland als Pflegefachkraft ausgebildet und möchten in Deutschland in Ihrem Beruf arbeiten? Dann brauchen Sie zwei Dinge: die Anerkennung Ihrer Ausbildung und einen Sprachnachweis auf Niveau B2. Ohne das B2-Zertifikat stellt die Behörde die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung nicht aus. Hier lesen Sie, welche Zertifikate zählen und wie Sie Ihre Prüfung planen.
Für die Anerkennung in der Pflege müssen Sie vor der Berufserlaubnis Deutsch B2 nachweisen. Anerkannt werden u. a. Goethe B2 und telc B2 (auch telc B2 Pflege); Berlin bietet eine eigene B2-Pflegeprüfung an.
Quelle: lfp.bayern.de ·
„Pflegefachfrau“ und „Pflegefachmann“ sind in Deutschland geschützte Berufsbezeichnungen. Sie dürfen sie erst führen, wenn die zuständige Landesbehörde Ihnen die Erlaubnis dazu erteilt hat. Dieses Dokument heißt im Alltag meist Berufsurkunde. Mit einem ausländischen Abschluss erhalten Sie die Urkunde über die Anerkennung: Die Behörde vergleicht Ihre Ausbildung mit der deutschen Pflegeausbildung.
Findet sie wesentliche Unterschiede, müssen Sie diese ausgleichen – entweder mit einer Kenntnisprüfung, in der Sie Ihr Fachwissen zeigen, oder mit einem Anpassungslehrgang, in dem Sie die fehlenden Inhalte in Theorie und Praxis nachholen. Welche Variante Ihnen offensteht, steht in Ihrem Bescheid.
Unabhängig davon prüft die Behörde Ihr Deutsch. Die Regel lautet: Sie weisen Deutsch auf Niveau B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) nach, bevor die Berufserlaubnis ausgestellt wird. B2 heißt: Sie verstehen auch längere, komplexe Gespräche, können sich spontan mit Patientinnen, Angehörigen und Ärzten verständigen und eine Pflegedokumentation klar und zusammenhängend schreiben.
Viele Pflegekräfte arbeiten während des Verfahrens bereits in Deutschland, oft als Pflegehelferin oder Pflegehelfer. Den B2-Nachweis brauchen Sie trotzdem, bevor die Behörde die Berufsurkunde ausstellt.
Über die Anerkennung entscheiden die Länder, und jede Behörde veröffentlicht eigene Hinweise. Eine besonders klare Liste führt das Bayerische Landesamt für Pflege. Dort werden auf Niveau B2 angenommen:
Die allgemeine Prüfung und die berufsbezogene Variante Goethe-Zertifikat B2 PRO Pflege.
Das allgemeine telc-Zertifikat B2 und die Pflegevariante telc Deutsch B2 Pflege.
Das ÖSD Zertifikat B2 sowie das ECL-Zertifikat B2, Letzteres nur mit Prüfungsdatum ab Dezember 2020.
Der TestDaF mit dem Niveau TDN 3, das B2 entspricht, und der Deutsch-Test für den Beruf (DTB) B2 des BAMF.
Das Zertifikat muss Leseverstehen, Hörverstehen, schriftlichen und mündlichen Ausdruck enthalten. Außerdem muss das Prüfungsinstitut von der ALTE anerkannt sein, dem Verband europäischer Sprachtestanbieter.
Bayern nimmt seit dem 23. Juni 2022 keine telc-Zertifikate von serbischen und bosnischen telc-Instituten mehr an. Klären Sie vor der Anmeldung, ob Ihr Prüfungszentrum von der Behörde akzeptiert wird.
In Berlin gibt es zusätzlich zu den allgemeinen B2-Zertifikaten die Fachsprachenprüfung Pflege B2. Sie prüft die Sprache des Pflegealltags und wird von der GFBM, der RENAFAN Akademie für Pflegeberufe und der DHZB Akademie angeboten.
Beide Prüfungen werden für die Anerkennung in der Pflege angenommen. Der Unterschied liegt im Aufbau. Das Goethe-Zertifikat B2 besteht aus vier Modulen, die jeweils mit 100 Punkten bewertet werden und ab 60 Punkten bestanden sind. Fällt Ihnen eine Fertigkeit schwer, wiederholen Sie nur dieses Modul. telc Deutsch B2 ist dagegen eine Prüfung mit 300 Punkten: 225 im schriftlichen und 75 im mündlichen Teil. Bestanden haben Sie, wenn Sie in beiden Teilen jeweils mindestens 60 Prozent erreichen.
Lesen: fünf Teile mit insgesamt 30 Aufgaben in 65 Minuten. Hören: vier Teile mit 30 Aufgaben in etwa 40 Minuten, danach bleiben fünf Minuten, um die Lösungen auf den Antwortbogen zu übertragen.
Im Schreiben haben Sie 75 Minuten für einen Forumsbeitrag von etwa 150 Wörtern und eine Nachricht von etwa 100 Wörtern. Das Sprechen dauert rund 15 Minuten nach 15 Minuten Vorbereitung: ein kurzer Vortrag und eine Diskussion.
Der schriftliche Teil umfasst Leseverstehen, Sprachbausteine, Hörverstehen und Schreiben. Die Sprachbausteine prüfen Grammatik und Wortschatz im Text. Danach folgt die mündliche Prüfung.
Goethe B2 PRO Pflege und telc Deutsch B2 Pflege sind auf den Berufsalltag zugeschnitten. Die allgemeinen Prüfungen gelten genauso. Wählen Sie die Form, für die Sie in Ihrer Nähe einen Termin bekommen.
Solange die Anerkennung läuft, werden ausländische Pflegekräfte meist als Pflegehelfer eingruppiert. Erst mit der Berufsurkunde folgt die Eingruppierung als Pflegefachkraft. Im öffentlichen Dienst sieht das so aus (monatlich, brutto, Tabelle TVöD-P gültig vom 01.05.2026 bis 31.03.2027):
| Situation | Entgeltgruppe | Brutto pro Monat |
|---|---|---|
| Während der Anerkennung | P5 (Pflegehelfer/in) | 2.907–3.629 € (Stufe 1–6) |
| Mit Berufsurkunde | P7 (Pflegefachkraft) | 3.510 € (Stufe 2) bis 4.305 € (Stufe 6) |
| Mit Fachweiterbildung, z. B. Intensiv oder OP | P8 | 3.701–4.489 € |
| Pflegeausbildung in Deutschland, 1. Jahr | TVAöD-Pflege | ca. 1.340–1.490 € |
Dazu kommen Zuschläge für Schicht-, Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit sowie eine Jahressonderzahlung. Kirchliche und private Arbeitgeber zahlen in einer ähnlichen, aber nicht identischen Spanne.
Klären Sie, welche Behörde in Ihrem Bundesland über die Anerkennung in der Pflege entscheidet, und lesen Sie deren Liste der Sprachnachweise – in Bayern ist es das Landesamt für Pflege.
Entscheiden Sie zwischen Goethe, telc, ÖSD oder einer anderen anerkannten Prüfung und achten Sie auf ein ALTE-anerkanntes Institut. Die Gebühr legt jedes Prüfungszentrum selbst fest – schauen Sie in die aktuelle Preisliste vor Ort.
Nach dem Dienst bleibt wenig Zeit. Nutzen Sie sie gezielt: Schreiben Sie vollständige Modelltests mit Zeitlimit, damit Sie wissen, ob Sie die 65 Minuten im Lesen und die 75 Minuten im Schreiben schaffen. Das Sprechen üben Sie am besten mit Kolleginnen und Kollegen oder im Kurs.
Legen Sie das B2-Zertifikat zusammen mit Ihren übrigen Unterlagen vor. Erst wenn Anerkennung und Sprachnachweis vollständig sind, stellt die Behörde die Berufsurkunde aus.
Sie müssen Deutsch auf Niveau B2 nachweisen, bevor die Behörde die Berufserlaubnis erteilt. Ohne diesen Nachweis erhalten Sie die Berufsurkunde nicht, auch wenn Ihre Ausbildung bereits als gleichwertig anerkannt ist.
Das Bayerische Landesamt für Pflege nennt auf Niveau B2: Goethe-Zertifikat B2 und B2 PRO Pflege, telc B2 und telc B2 Pflege, ÖSD B2, ECL B2 mit Prüfungsdatum ab Dezember 2020, TestDaF mit TDN 3 und den DTB B2 des BAMF. Andere Bundesländer veröffentlichen eigene Hinweise.
Nein. In Bayern gelten die allgemeinen Prüfungen wie Goethe B2 oder telc B2 genauso wie die Pflegevarianten. In Berlin gibt es zusätzlich die Fachsprachenprüfung Pflege B2, die sich an der Sprache des Pflegealltags orientiert.
Die Kenntnisprüfung prüft Ihr pflegerisches Fachwissen und gleicht Unterschiede zur deutschen Ausbildung aus. Alternativ kann ein Anpassungslehrgang angeboten werden. Die Sprachprüfung B2 ist ein eigener Nachweis. Den B2-Nachweis brauchen Sie in jedem Fall, die Kenntnisprüfung oder den Anpassungslehrgang nur, wenn Ihr Bescheid wesentliche Unterschiede feststellt.
Beide werden anerkannt. Beim Goethe-Zertifikat B2 bestehen Sie jedes der vier Module einzeln ab 60 von 100 Punkten und können ein Modul allein wiederholen. Bei telc Deutsch B2 brauchen Sie jeweils 60 Prozent im schriftlichen und im mündlichen Teil.
Die Gebühr legt jedes Goethe-Institut und jedes Prüfungszentrum selbst fest, sie unterscheidet sich also von Ort zu Ort. Schauen Sie in die aktuelle Preisliste Ihres Prüfungszentrums.
Im öffentlichen Dienst werden Pflegekräfte während der Anerkennung meist als Pflegehelfer nach P5 bezahlt, das sind 2.907 bis 3.629 Euro brutto. Mit Berufsurkunde folgt P7, von 3.510 Euro (Stufe 2) bis 4.305 Euro (Stufe 6), jeweils nach TVöD-P gültig vom 01.05.2026 bis 31.03.2027.
Sprachnachweis in anderen Gesundheitsfachberufen
B2 und die C1-Fachsprachprüfung
Sprachnachweis für das Ausbildungsvisum
Module und Bewertung
Aufbau und Punkte
Die Prüfungen im Vergleich