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Ärzte, Zahnärzte, Apotheker

Approbation in Deutschland:
Erst B2, dann die Fachsprachprüfung C1

Wer im Ausland Medizin, Zahnmedizin oder Pharmazie studiert hat und in Deutschland approbiert arbeiten möchte, muss Deutsch in zwei Stufen nachweisen: zuerst ein allgemeines Sprachzertifikat auf B2, danach die medizinische Fachsprachprüfung auf C1. Hier lesen Sie, welche Zertifikate zählen, was die Behörden genau meinen und womit Sie anfangen.

B2Allgemeinsprache
C1Fachsprachprüfung
3Heilberufe: Arzt, Zahnarzt, Apotheker
01.11.2026Kenntnisprüfung wird Regelfall

Welches Zertifikat brauchen Sie dafür?

Anerkannte Zertifikate

Für die Approbation als Ärztin, Zahnarzt oder Apotheker weisen Sie zuerst Deutsch auf B2 nach (Goethe, telc, ÖSD) und legen danach die Fachsprachprüfung auf C1 ab. Ab dem 01.11.2026 müssen Ärzte aus Nicht-EU-Staaten zusätzlich die Kenntnisprüfung bestehen.

NiveauB2 + C1 FSP

Quelle: bundesgesundheitsministerium.de ·

Zwei Stufen, zwei verschiedene Prüfungen

Die Approbation ist die staatliche Erlaubnis, dauerhaft und uneingeschränkt als Ärztin oder Arzt zu arbeiten. Für Zahnärzte und Apotheker gibt es sie ebenso. Die Behörden verlangen dafür nicht ein einziges Sprachzeugnis, sondern zwei Nachweise, die aufeinander aufbauen. Viele Bewerberinnen und Bewerber verwechseln die beiden – und bereiten sich dann auf die falsche Prüfung vor.

Stufe 1

Allgemeines Deutsch auf B2

Ein Zertifikat einer anerkannten Sprachschule, zum Beispiel Goethe-Zertifikat B2, telc Deutsch B2 oder ÖSD B2. Geprüft wird Alltags- und Berufsdeutsch: Zeitungstexte lesen, Durchsagen und Gespräche verstehen, eine E-Mail oder einen Forumsbeitrag schreiben, mündlich argumentieren. Medizinisches Fachvokabular kommt hier noch nicht vor.

Stufe 2

Fachsprachprüfung auf C1

Die Fachsprachprüfung (kurz FSP) prüft die Sprache des Klinikalltags: mit Patientinnen und Patienten sprechen, Befunde dokumentieren, einem Kollegen einen Fall übergeben. Für Ärzte nimmt sie in den meisten Bundesländern die Landesärztekammer ab. Sie ist keine Prüfung einer Sprachschule – ein Goethe- oder telc-Zertifikat ersetzt sie nicht.

Der Sprachnachweis auf einen Blick

NachweisNiveauWer prüft?Womit Sie üben können
Allgemeines SprachzertifikatB2Goethe-Institut, telc, ÖSD (anerkannte Sprachschule)Modelltests Goethe B2 und telc B2
FachsprachprüfungC1Für Ärzte meist die Landesärztekammer; Regeln je BundeslandKein Modelltest – setzt ein sicheres B2 voraus
Kenntnisprüfung (fachlich)Ab 01.11.2026 der Regelfall für Ärzte aus Nicht-EU-StaatenKeine Sprachprüfung, sondern Medizinwissen

Welche B2-Zertifikate die Behörden annehmen

Zuständig für Ihren Antrag ist die Approbationsbehörde des Bundeslandes, in dem Sie arbeiten möchten – also ein Landesamt oder eine Bezirksregierung, nicht die Ausländerbehörde. Die meisten Länder verlangen ein allgemeinsprachliches B2-Zertifikat „von einem anerkannten Sprachinstitut“; einige schreiben ausdrücklich vor, dass das Institut Mitglied der ALTE ist, des europäischen Verbands der Sprachprüfungsanbieter. Mit diesen Prüfungen sind Sie auf der sicheren Seite:

  • Goethe-Zertifikat B2 – vier Module, die Sie einzeln ablegen und wiederholen können.
  • telc Deutsch B2 – eine Gesamtprüfung aus schriftlichem und mündlichem Teil.
  • ÖSD B2 – das österreichische Sprachdiplom, in Deutschland ebenfalls anerkannt.

Die Einzelheiten – etwa ob ein bestimmtes Zertifikat genügt oder ob die Behörde ein aktuelles Zeugnis sehen will – regelt jedes Bundesland selbst. Fragen Sie deshalb vor der Anmeldung zur Prüfung schriftlich bei Ihrer Approbationsbehörde nach. Eine kurze E-Mail erspart Ihnen im Zweifel eine zweite Prüfungsgebühr.

Neu ab 01.11.2026: die Kenntnisprüfung als Regelfall

Was sich ändert

Bisher prüfte die Behörde bei Abschlüssen aus Drittstaaten – also Staaten außerhalb der EU – in vielen Fällen zuerst die Unterlagen: Ist das Studium mit dem deutschen gleichwertig? Diese Aktenprüfung heißt Gleichwertigkeitsprüfung. Ab dem 01.11.2026 müssen Ärztinnen und Ärzte aus Nicht-EU-Staaten in der Regel die Kenntnisprüfung bestehen, eine fachliche Prüfung ihres medizinischen Wissens. Der Bundestag hat die Regel auch für Zahnärzte und Apotheker beschlossen.

Was gleich bleibt

Die Kenntnisprüfung kommt zum Sprachnachweis hinzu, sie ersetzt ihn nicht. B2 und die Fachsprachprüfung auf C1 bleiben Pflicht. Und weil die Kenntnisprüfung selbst auf Deutsch stattfindet, zahlt sich ein solides B2 doppelt aus: Wer Fragen der Prüfer schnell versteht, kann sich auf die Medizin konzentrieren statt auf die Sprache.

So bereiten Sie das B2-Zertifikat vor

Goethe oder telc wählen

Beim Goethe-Zertifikat B2 bestehen Sie jedes Modul für sich mit 60 von 100 Punkten; fällt nur Schreiben durch, wiederholen Sie nur Schreiben. Bei telc Deutsch B2 brauchen Sie 60 Prozent im schriftlichen und im mündlichen Teil, beide getrennt gewertet.

Das Format kennen

Goethe B2 dauert beim Lesen 65 Minuten, beim Hören rund 40 und beim Schreiben 75 Minuten. Im Schreiben verfassen Sie einen Forumsbeitrag von etwa 150 Wörtern und eine Nachricht von etwa 100 Wörtern. Wer die Aufgabentypen vorher kennt, verliert in der Prüfung keine Zeit.

Unter Zeitdruck üben

Wer Fachliteratur mühelos liest, schreibt unter Zeitdruck nicht automatisch schnell. Schreiben Sie deshalb früh vollständige Modelltests mit Uhr und lassen Sie Ihre Texte bewerten. So sehen Sie, welches Modul noch Arbeit braucht, bevor Sie die Gebühr zahlen – die legt jedes Prüfungszentrum selbst fest.

Mit dem B2-Modelltest anfangen

Üben Sie Lesen, Hören und Schreiben im Format des Goethe-Zertifikats B2 und sehen Sie nach jedem Test, welches Modul noch fehlt – bevor Sie sich zur Prüfung anmelden.

Häufige Fragen zur Approbation

Welches Deutschniveau brauche ich für die Approbation als Arzt?

Sie brauchen zwei Nachweise: zuerst ein allgemeines Sprachzertifikat auf B2, etwa Goethe-Zertifikat B2, telc Deutsch B2 oder ÖSD B2, und danach die Fachsprachprüfung auf C1, die für Ärzte meist die Landesärztekammer abnimmt.

Reicht ein Goethe- oder telc-Zertifikat C1 statt der Fachsprachprüfung?

Nein. Die Fachsprachprüfung prüft medizinische Kommunikation und wird nicht von Sprachschulen abgenommen. Ein allgemeines C1-Zertifikat zeigt zwar gutes Deutsch, ersetzt die Fachsprachprüfung aber nicht.

Gilt das auch für Zahnärzte und Apotheker?

Ja, auch für Zahnärzte und Apotheker führt der Weg zur Approbation über B2 und eine Fachsprachprüfung auf C1. Welche Kammer oder Stelle die Fachsprachprüfung abnimmt, erfahren Sie bei der Approbationsbehörde Ihres Bundeslandes.

Was ändert sich ab dem 01.11.2026?

Ab dem 01.11.2026 müssen Ärztinnen und Ärzte mit einem Abschluss aus einem Nicht-EU-Staat zusätzlich die Kenntnisprüfung bestehen, eine fachliche Prüfung ihres medizinischen Wissens. Sie wird zum Regelfall; die Einzelheiten legt die Approbationsordnung noch fest. Der Sprachnachweis bleibt davon unberührt.

Soll ich Goethe B2 oder telc B2 ablegen?

Beide werden anerkannt. Das Goethe-Zertifikat B2 ist modular: Jedes Modul bestehen Sie mit 60 von 100 Punkten und können es einzeln wiederholen. telc Deutsch B2 ist eine Gesamtprüfung; Sie brauchen 60 Prozent im schriftlichen und im mündlichen Teil. Wer in einem Bereich deutlich schwächer ist, fährt mit dem modularen Goethe-Zertifikat oft entspannter.

Wie viel kostet die B2-Prüfung?

Die Gebühr legt jedes Goethe-Institut, jedes telc-Prüfungszentrum und jede ÖSD-Stelle selbst fest, sie unterscheidet sich also von Ort zu Ort. Einzelne Goethe-Module kosten weniger als die komplette Prüfung. Schauen Sie in die aktuelle Preisliste Ihres Prüfungszentrums.

Brauche ich das Sprachzertifikat schon für die Blaue Karte?

Für das Visum oder die Blaue Karte EU selbst verlangt das Aufenthaltsrecht kein deutsches Sprachzertifikat. Um als Ärztin oder Arzt approbiert zu arbeiten, brauchen Sie die Nachweise aber trotzdem – die Approbationsbehörde prüft sie unabhängig vom Aufenthaltstitel.