In den meisten Studiengängen an deutschen Hochschulen wird auf Deutsch unterrichtet. Deshalb verlangt die Hochschule neben Ihrem Schulabschluss einen Sprachnachweis. Hier lesen Sie, welche Prüfungen dafür anerkannt sind, welches Ergebnis Sie brauchen und in welchen Fällen gar kein Deutschnachweis nötig ist.
Deutschsprachige Studiengänge akzeptieren in der Regel Goethe C2, telc C1 Hochschule oder DSD II, manche auch Goethe C1. Welches Ergebnis in TestDaF oder DSH reicht, legt jede Hochschule selbst fest.
Quelle: daad.de ·
Wer sich mit einem ausländischen Schulabschluss an einer deutschen Hochschule bewirbt, muss zwei Dinge belegen. Erstens die Hochschulzugangsberechtigung: Ihr Abschluss muss Sie zum Studium in Deutschland berechtigen. Ob das der Fall ist, sehen Sie in der Datenbank anabin. Reicht Ihr Abschluss nicht aus, führt der Weg zunächst über ein Studienkolleg – dafür brauchen Sie bei der Bewerbung mindestens B1, in der Praxis meist B2.
Zweitens den Sprachnachweis. Für ein Studium auf Deutsch reicht Alltagsdeutsch nicht: Sie folgen Vorlesungen, lesen Fachtexte und schreiben Hausarbeiten. Die Hochschulen verlangen deshalb ein Zertifikat auf hohem Niveau – in der Praxis meist C1 oder höher. B2 allein genügt nur selten für eine direkte Zulassung.
Ganz wichtig: Die Regeln für Ihren Studiengang legt die Hochschule selbst fest. Der DAAD, der Deutsche Akademische Austauschdienst, rät ausdrücklich, sich bei der eigenen Hochschule zu erkundigen. Lesen Sie also die Zulassungsordnung Ihres Wunschstudiengangs, bevor Sie eine Prüfung buchen.
Die Grundlage bildet die Rahmenordnung über Deutsche Sprachprüfungen für das Studium (RO-DT) von Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und Kultusministerkonferenz (KMK). Dazu kommen Zertifikate, die der DAAD als in der Regel oder für einzelne Studiengänge anerkannt nennt:
| Sprachnachweis | Erforderliches Ergebnis | Geltung |
|---|---|---|
| DSH (Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang) | DSH-2 | uneingeschränkt für alle Studiengänge; nur in Deutschland ablegbar |
| TestDaF | mindestens TDN 4 in allen Teilprüfungen | uneingeschränkt für alle Studiengänge; auch im Ausland angeboten |
| Deutsches Sprachdiplom (DSD) | Stufe II | von allen deutschen Hochschulen anerkannt |
| Goethe-Zertifikat | C2 | in der Regel anerkannt |
| telc Deutsch | C1 Hochschule | in der Regel anerkannt |
| Goethe-Zertifikat, ÖSD | B2 oder C1 | nur für einzelne Studiengänge |
| IELTS Academic | legt die Hochschule fest | für englischsprachige Studiengänge |
Zur DSH und zum TestDaF sagt der DAAD: Wer in allen Teilen mindestens das mittlere Niveau erreicht, erfüllt die Sprachanforderungen der allermeisten Studiengänge. Welches Ergebnis Ihre Hochschule konkret verlangt, steht in deren Zulassungsordnung. Auch der Prüfungsteil Deutsch der Feststellungsprüfung eines Studienkollegs gilt an allen deutschen Hochschulen als Sprachnachweis.
Viele Bewerberinnen und Bewerber haben schon ein Goethe- oder telc-Zertifikat und fragen sich, welche Stufe als Nächstes sinnvoll ist. Die drei Prüfungen unterscheiden sich im Aufbau – und darin, wie breit sie an Hochschulen anerkannt werden.
Bei allen Goethe-Prüfungen ab B1 bestehen Sie ein Modul mit mindestens 60 von 100 Punkten. Die Prüfungsgebühren legt jedes Prüfungszentrum selbst fest – maßgeblich ist die aktuelle Preisliste vor Ort. Einzelne Module kosten weniger als die ganze Prüfung.
Wird Ihr Studiengang auf Englisch unterrichtet, verlangt die Hochschule meist einen Englischnachweis wie IELTS statt Deutsch. Den erforderlichen Wert legt sie selbst fest.
Auch manche weiterführenden Studiengänge kommen ohne Deutschnachweis aus. Ob das für Ihren Master gilt, steht in der Zulassungsordnung.
Wenn Sie nur für ein oder zwei Semester in Deutschland studieren, kann die Hochschule auf den Sprachnachweis verzichten.
Planen Sie trotzdem Deutsch ein: Auch in einem englischsprachigen Studium brauchen Sie die Sprache für Wohnungssuche, Ausländerbehörde und Nebenjob. Einen Überblick über die englischen Anforderungen gibt unsere Seite zum englischsprachigen Master in Deutschland.
Für ein Studium auf Deutsch verlangen die Hochschulen in der Regel C1 oder höher. Uneingeschränkt für alle Studiengänge gelten die DSH-2 und der TestDaF mit mindestens 4 in allen Teilprüfungen. B2 allein reicht nur selten für eine direkte Zulassung.
Für manche Studiengänge ja, aber nicht überall. Der DAAD nennt Goethe C1 als Nachweis für einzelne Studiengänge, das Goethe-Zertifikat C2 dagegen als in der Regel anerkannt. Prüfen Sie deshalb die Zulassungsordnung Ihres Studiengangs, bevor Sie sich für C1 anmelden.
Beide sind Prüfungen speziell für den Hochschulzugang. Die DSH legen Sie an einer Hochschule in Deutschland ab, den TestDaF können Sie auch in Ihrem Heimatland machen. Mit DSH-2 oder TestDaF 4 in allen Teilprüfungen erfüllen Sie die Sprachanforderung für alle Studiengänge.
Für den Hochschulzugang ist telc Deutsch C1 Hochschule gedacht, und der DAAD nennt genau diese Prüfung als in der Regel anerkannt. Ob die allgemeine telc-Prüfung C1 ebenfalls genügt, entscheidet jede Hochschule selbst. Wenn Sie studieren möchten, fragen Sie vor der Anmeldung nach.
Oft nicht: Bei internationalen Studiengängen und bestimmten Aufbaustudiengängen kann der Deutschnachweis entfallen; englischsprachige Programme verlangen stattdessen meist IELTS Academic. Den nötigen Wert legt die Hochschule fest. Für den Alltag in Deutschland lohnt sich Deutsch trotzdem.
Die Gebühren legt jedes Prüfungszentrum selbst fest, sie unterscheiden sich je nach Land und Ort. Maßgeblich ist die aktuelle Preisliste vor Ort. Beim Goethe-Zertifikat können Sie einzelne Module buchen, die weniger kosten als die ganze Prüfung.
Dann besuchen Sie zuerst ein Studienkolleg. Für die Bewerbung dort brauchen Sie mindestens Deutsch B1, die meisten Kollegs erwarten in der Praxis aber B2. Mit dem Prüfungsteil Deutsch der Feststellungsprüfung am Ende haben Sie zugleich einen Sprachnachweis, den alle deutschen Hochschulen anerkennen.